Samstag, 8. Mai 2010
Petition: Schulwesen - Hausunterricht straffrei stellen vom 20.04.2010
Ganz per Zufall habe ich das auf Facebook entdeckt. Überrascht war ich - wieso wusste ich noch nichts davon? Seit September 2001 hat mich das Thema und habe ich es gefunden, vielleicht eher unter dem Begriff Bildungs-Freiheit, aber das ist ja egal. Letztendlich geht es darum, mit Hilfe möglichst vieler Stimmen für diese Petition zu signalisieren, dass kritische mündige BürgerInnen sich und ihre Kinder nicht nach einer Staatsräson in Einheitsmanier (mit Abstufungen, je nach Schulart, der zugewiesen wurde) bilden und beschulen lassen wollen, sondern dass Bildung als höchst individuelle Angelegenheit und individueller Weg von den sich Bildenden größtenteils selbst gesteuert bzw. ihren speziellen Interessen und Bedürfnissen angepasst gehört.
Auch habe ich im Laufe der Zeit gelernt zu verstehen, dass andere Menschen, die nur die Schule als Haupt-Bildungsort kennengelernt haben und wahrnehmen, nur in den seltensten Fällen von Konzepten des vollkommen freien Lernens und einer völlig von staatlicher Überwachung freien Bildung ohne Schulbesuch zu begeistern sind. Es ist daher vollkommen egal, ob ich diese Petition für die Straffreistellung des Hausunterrichts mitzeichne oder eine Petition für freies, kindgeleitetes Lernen anstelle von Schulunterricht. Worauf es ankommt ist, dass den Verantwortlichen in unserem Land, die glauben vorgeben zu müssen, wie Erziehung und Bildung hier ausschließlich stattzufinden haben, klar signalisiert wird, dass eine große Menge Menschen nicht hinter ihrem Konzept steht, sondern dieses in Frage stellt und mehr Freiheit und Deregulierung wünscht. Und diejenigen, die das signalisieren, sind alles Menschen, welche das einzig legale staatliche Konzept selber kennen, erfahren am eigenen Leib und durch ihre Kinder und Kindeskinder - es sind also definitiv die Experten auf diesem Gebiet.
Sollte es soweit kommen, daß sich der Bundestag mit dieser Petition für den Hausunterricht beschäftigt (beschäftigen muss), dann wäre das aus meiner Sicht auch eine große Chance auf die Erlangung größerer Freiheiten für das Privatschulwesen. Wie der Hauptpetent in einem Diskussionsbeitrag schreibt, ist der Hausunterricht als zusätzliche Bildungschance zu verstehen. Wie es in der Begründung zur Petition heißt, sollte es daher "mündigen Bürgern frei gestellt sein wo sie ihren Kindern Bildung zukommen lassen".
In der Regel erkennen Eltern, wenn ihren Kindern die Schule nicht bekommt, sie erkennen es mitunter sogar, bevor überhaupt ein Schulbesuch stattgefunden hat, da ihre Kinder deutlich zeigen, dass sie z. B. nicht 45 Minuten still sitzen können und wollen, und das einen ganzen Vormittag lang in Serie, sondern Bewegung brauchen wie Essen und Trinken. Und auch wenn Eltern nicht selber erkennen, was ihre Kinder brauchen um angemessen zu lernen, dann haben sie bei Schulproblemen vielfältige Möglichkeiten, sich mit Fachleuen und Erfahrenen darüber auszutauschen und einen für ihr Kind angemessenen Bildungsweg zu finden. Dieser kann z. B. auch über die Absolvierung von Fernunterricht erfolgen, wie etwa bei der Deutschen Fernschule (Grundschulbereich) oder der Flex-Fernschule (Haupt- und Realschulbereich). Er kann auch über den Besuch einer freien Schule verlaufen oder eben über die Bildung zu Hause, für alle genannten Wege gibt es reiehenweise Erfolgsbeispiele. Nur werden in Deutschland leider die freien Schulen extrem in ihrer Entfaltung beschränkt und Fernunterricht und Bildung zu Hause kriminalisiert. Dagegen verwehren wir uns! Das will zumindestens ich als Mitzeichnerin der Petition klar stellen!
Matthias Wolf, der Hauptpetent, ist Vater zweier Kinder und hat selbst erst kürzlich das erste Staatsexamen des Lehramtsstudiums absolviert. Er gehört keiner der teilwiese langjährig existierenden deutschen oder internationalen Organisationen für Bildungs-Freiheit bzw. Bildung ohne Schulbesuch/Bildung zu Hause an. "Aufgrund vieler Informationen über die großartigen Möglichkeiten bei freiem Lernen hat er sich die Frage gestellt, warum das in Deutschland nicht erlaubt ist und dass man da etwas ändern müsste." (Zitat aus der Yahoo-Group "Homeschooling_D")
Dienstag, 22. Dezember 2009
mehr als 1000 Kraniche für Bildungs-Freiheit in Deutschland
Nach einer alten japanischen Legende von einem Kranich, der tausend Jahre alt wurde, bekommt ein kranker Mensch das Leben geschenkt, wenn er tausend Kraniche faltet.
[...] Das Ergebnis: Sadako hatte Leukämie, eine Art Blutkrebs.Zu der Zeit erkrankten zahlreiche Kinder in Sadakos Alter an Leukämie. Die Menschen nannten sie "die Atombomben-Krankheit". Fast jeder, der Leukämie bekam, starb. Sadako wollte nicht sterben. Sie wollte weiter zur Schule gehen und an Wettrennen teilnehmen. Als sie verstand, dass sie nun im Krankenhaus bleiben musste, weinte sie.
Kurz danach bekam Sadako Besuch von ihrer besten Freundin, Chizuko. Chizuko brachte Origami-Papier mit und faltete einen Papierkranich. Sie erzählte Sadako eine Legende dazu. Sie sagte, dass der Kranich tausend Jahre alt wird und dass ein kranker Mensch wieder gesund wird, wenn er tausend Kraniche faltet.
Sadako beschloss, tausend Kraniche zu falten. [...]
http://www.labbe.de/zzzebra/index.asp?themaid=616&titelid=2610
Die Idee zur Aktion Bildungsfreiheit für Deutschland - 1000 Kraniche für die Bundeskanzlerin hatte Anja Krohmer von Die Freilerner! Sie ist vor drei Jahren extra wegen der Möglichkeit des häuslichen Unterrichts mit ihrer Familie nach Österreich ausgewandert. Die Aktion fand schnell so großen Anklang, daß mittlerweile mehr als 1000 Kraniche für die Bundeskanzlerin daraus wurde - vielleicht schaffen wir ja auch mehrere Male 1000 Kraniche, wenn die Beteilgung weiter so gut ist!
Alles Weitere zu dieser Aktion und den jeweils aktuellen Stand der Anzahl bereits gefalteter Kraniche findet Ihr hier. Nun sind Weihnachtsferien und es findet sich vielleicht ein bißchen Zeit, Kraniche zu falten ud die Aktion zu unterstützen - Spaß macht es sicher, im Kreise von Familie oder Freunden dazu zusammen zu sitzen ...
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Kritik der Schulpflicht - zweiteiliger Podcast
hörenswert - lesenswert
"Erwin, das ist nicht dein Fachgebiet", zweiteiliger Podcast zur Kritik der Schulpflicht, des Schulzwangs, des staatlichen Bildungsmonopols, der Standardisierung. Aufhänger ist eine schriftliche Äußerung des CSU-Politikers und Staatsministers a.D. Erwin Huber zur Schulpflicht.
Der Autor des Podcasts bietet auf seinem Blog den Essay zum Nachlesen (mit Literaturverweisen) auch als PDF-Dokument an.
Montag, 17. August 2009
Zum 14. Geburtstag von Manuel Fischer

Eine nicht enden wollende behördliche und juristische Auseinandersetzung verhindert, dass Manuel, der heute seinen 14. Geburtstag feiert, in Sicherheit und Ruhe in seiner Familie in Deutschland leben und lernen kann. Während andere Jugendliche mit derselben Diagnose, Asperger-Autismus, in Absprache mit den Ämtern z. B. über Fernschule lernen dürfen, wollen die Behörden in Manuels bayerischer Heimatstadt ihn ins bestehende Schulsystem "einpassen" oder psychiatrisieren lassen.
Der folgende Text ist ein Auszug aus einem Schreiben an den zuständigen Familienrichter am Amtsgericht Ansbach. In der familiengerichtlichen Verhandlung kann schlilmmstenfalls das Sorgerecht für Manuel seiner Mutter entzogen und auf das Jugenamt übertragen werden.
Manuel ist ein Junge mit Asperger Autismus. Dieses wurde bereits 2007 von Frau Dr. Mann, einer ausgewiesenen Spezialistin des Regensburger Kinderzentrums St. Martin, in einem ausführlichen Gutachten bestätigt.
Manuel lernt seit 5 Jahren in der familiären Schutzzone unter Anleitung seiner Mutter Corinna Fischer.
Sie ist staatlich anerkannte Heim- und Jugenderzieherin und hat eine spezielle Zusatzausbildung zur Familienberaterin für Asperger Autismus absolviert.
Manuel wird in wissenschaftlich abgesicherter Weise mittels der Vorgehensweise der Lovaas Therapie daheim angemessen therapiert. Die Lovaas Therapie bringt den Kindern bestimmte Fähigkeiten in kleinen Schritten bei und ermöglicht es ihnen somit, gegebene Informationen zu verstehen und entsprechend zu reagieren. Sie basiert auf einem Entwicklungscurriculum, das den Stärken und Problemen autistischer Kinder angepasst wurde. Aufgrund der ständig erhobenen Daten kann der Lehrplan den Stärken und Schwächen des Kindes individuell angepasst werden. Um den Abstand zu den Altersgenossen möglichst gering zu halten, ist es das Ziel, dem Kind in möglichst kurzer Zeit die fehlenden Fähigkeiten beizubringen.
In Österreich wurde dies weiter entwickelt. Die Eltern werden gecoacht und nach wenigen Therapiestunden wenden die Eltern das Gelernte zu hause an. Dadurch sind die 30 - 40 h Therapie in Familie gewährleistet, die eine solche Therapie als Minimum vorsieht. Innerhalb von nur 1-2 Jahren sind größte Fortschritte erkennbar.
Manuel lernt neben dem akademischen Wissen, mit seinen Besonderheiten und den Anforderungen seiner Umwelt und seiner Mitmenschen umzugehen und diese Fähigkeiten gelingend zu verbinden.
Dies ist für ihn eine wichtige Entwicklungsaufgabe, zu der er die Möglichkeit des Ausruhens und Für-sich-Sein-Könnens nach den besonderen Notwendigkeiten des Asperger Autisten braucht, um Stress durch kurzzeitige "Auszeit" zu regulieren und das Gelernte zu verarbeiten, ohne in eine Überbeanspruchung zu geraten, die sich auf ihn und seine Zukunft äußerst schädlich auswirken würde.
Durch die Zuwendung seiner Familie und vieler Menschen in seinem Umfeld, die ihm sehr zugetan sind, hat Manuel als Asperger Autist die Möglichkeit, Wissen über andere Menschen und ein gelingendes Miteinander angstfrei zu sammeln, was es ihm ermöglicht, gelingend zu kommunizieren.
Auch wenn alle diese wichtigen Kenntnisse für ihn als einem Menschen mit Asperger Autismus zum überwiegenden Teil über den Intellekt und nicht über das Gefühl zu erlangen waren, ist es nur möglich, wenn der Asperger Autist weitestgehend angst- und stressfrei, mit Wohlgefühl und Vertrauen in die Bezugsperson lernen kann.
Aufgrund bester Voraussetzungen, die Manuel in seinem Umfeld zur Verfügung hat, konnte er sich in den letzten schulfreien Jahren relativ störungsfrei entwickeln und in Folge dessen schon den Entwicklungsschritt zum selbst kenntnisreichen Asperger Autisten meistern, der seine Handicaps kennt und mit ihnen für sein Lebensalter im Vergleich zu anderen Asperger Autisten schon sehr erfolgreich gelingend umgehen kann.
Asperger Autismus ist keine Krankheit, die heilbar ist, sondern eine Disposition, mit der sich der Heranwachsende im besten Falle immer kenntnisreicher arrangieren kann, um später ein weitestgehend selbständiges Leben meistern zu können.
Auch in der jetzigen Entwicklungsphase bedarf Manuel seines gewohnten, schützenden Umfeldes, um diese höchst sensible Anforderung gelingend zu meistern. Nur dann hat Manuel die Chance, als ein gesunder besonderer Mensch mit uns zusammen zu leben. Das wünsche ich mir für ihn, für seine Familie und für uns, die Unterzeichnenden.
Zu seinem 14. Geburtstag geht von hier der Wunsch in die Welt hinaus, dass das behördliche und juristische Tauziehen um Manuel endlich ein Ende nimmt, denn es ist beschämend, dass ein Junge, der sich mit handfesten Problemen auseinandersetzen muss, auch noch vollkommen unnötige Probleme gemacht bekommt. Manuel soll in Ruhe in seiner Familie leben und lernen dürfen, nach seinen Bedürfnissen, und sich dabei sicher fühlen können, ohne die Ängste ausstehen zu müssen, dass eines Tages plötzlich Polizei und Behördenvertreter kommen und ihn aus dem Elternhaus verschleppen könnten.
Donnerstag, 30. April 2009
Unschooling - Start Sparkling

Wer die Originalvorlage, z. B. zum Bedrucken von T-Shirts oder Taschen, verwenden möchte, kann diese per Email anfordern.
Netzwerk Bildungsfreiheit bei Facebook und Twitter
Außerdem ist das Netzwerk Bildungsfreiheit unter dem Namen "Frelerner" nun auch bei Twitter eingetragen. Twitter kann man mittels RSS-Feeds abonnieren und in seinen Internet Browser einbinden.
Montag, 30. März 2009
Adlernest - das Bildungsportal
Adlernest ist ein Wiki, an dessen Ausgestaltung alle registrierten Mitglieder mitarbeiten können. Das Ziel ist die Erstellung einer umfassenden Sammlung von Informationen, Materialien und Links vor allem in deutscher Sprache, um interessierten Eltern und natürlich den Lernenden selber ein Gerüst in die Hand zu geben, wie das schulfreie Lernen gestaltet werden kann, so daß die Inhalte offizieller Lehrpläne im Großen und Ganzen abgedeckt werden. Unschooler suchen sich bei Bedarf einfach die gerade passenden Informationen und Materialien heraus.
Die Inhalte der Plattform sollen insbesondere auch die Vorbereitung externer Abschlüsse und die Vernetzung untereinander erleichtern. Wir wollen nicht untätig darauf warten, daß eines Tages das schulfreie Lernen in Deutschland legalisiert wird, sondern schon jetzt diese Website so gestalten, daß sie das größte freie Bildungsportal im deutschsprachigen Raum wird.
Dienstag, 3. Februar 2009
Neues Portal zu Freiheit und Vielfalt im Bildungswesen
Wer sich aktiv einbringen möchte, kann das z. B. über das angeschlossene Forum.
Sonntag, 12. Oktober 2008
Tagung: Konkrete Wege zur Bildungsfreiheit
Auf der Website des Netzwerkes Bildungsfreiheit finden sich die Details zu Tagung und Anmeldung.
Freitag, 12. September 2008
Am 15. September wird der Internationale Tag der Bildungs-Freiheit gefeiert.
Informationen und Links zum Internationalen Tag der Bildungs-Freiheit und zu Veranstaltungen finden Sie bei:
Besuchen Sie auch die deutsche Seite zum ITdBF und die internationale Seite JIPLI - IFED (Journée Internationale Pour la Liberté de l'Instruction - International Freedom in Education Day) mit weiterführenden Links zu den einzelnen Teilnehmerländern.
Montag, 21. Juli 2008
Bildungsrecht statt Schulbesuchspflicht

Samstag, 12. Juli 2008
Offener Brief zum Bildungsgipfel
Liebe Freunde der Bildungsfreiheit,
die Bundesregierung hat vor einigen Wochen einen Bildungsgipfel angeregt. Aus diesem Anlaß, sowie zum 70. Jahrestag des deutschen Schulzwangs, ist bei uns im Netzwerk durch Dagmar Neubronner die Idee entstanden, einen offenen Brief an Bundesbildungsministerin Frau Dr. Annette Schavan zu verfassen, der neben dem NBF auch von einer möglichst breiten Anzahl an Unterstützern unterschrieben werden sollte. Darin wird kritisch nachgefragt, warum einzig in Deutschland außerschulische Bildungsformen unterdrückt werden. Dieser Brief ist heute per Post an Frau Dr. Schavan abgeschickt worden. Wir konnten bei dieser Gelegenheit auch schon eine ganze Reihe von Erstunterzeichnern dafür gewinnen.
Wir dokumentieren diesen Brief und die Erstunterzeichner auf der folgenden Website: http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de/html/offener_brief_schavan.html
Dort ist auch die Möglichkeit den Brief nachträglich zu unterzeichnen und damit seine Unterstützung zum Ausdruck zu bringen.
Offener Brief:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Frau Ministerin
Dr. Annette Schavan
-persönlich-
Hannoversche Straße 28-30
10115 Berlin
Sehr geehrte Frau Ministerin,
anlässlich des von Ihnen vorbereiteten Bildungsgipfels möchten wir mit vielen anderen betroffenen Familien auf eine Besonderheit des deutschen Schulsystems hinweisen, die in der öffentlichen Debatte um die Schulmisere bisher zuwenig Berücksichtigung findet:
In Deutschland wird die Schulpflicht seit 1938 als Schulzwang aufgefasst, der keine Bildungsalternativen zulässt. Dieses Instrument, bei dem alle Kinder und Jugendlichen dem Zwang zur physischen Anwesenheit in einem Schulgebäude unterliegen, trägt modernen Bildungserfordernissen in einer Informationsgesellschaft nicht mehr Rechnung und verhindert durch das staatliche Bildungsmonopol die notwendige schnelle Wandlung der Bildungsangebote.
In sämtlichen anderen europäischen Ländern und fast allen entwickelten Staaten weltweit (!) steht Schülern neben den privaten Schulen auch die Möglichkeit des „Distance Learning“ oder Freien Lernens mit Hilfe von Fernschulen und „Umbrella Schools“ zu Gebote. Diese Möglichkeit ist besonders angesichts zunehmend verlangter Mobilität für viele Familien wichtig. Deutsche Kinder haben diese Option aber nur, wenn sie im Ausland leben, prominent sind (siehe Brüder Kaulitz von der Jugendband Tokio Hotel) oder schulisch bereits vollkommen gescheitert (Flex-Fernschule in Baden-Württemberg oder Web-Individualschule in Bochum, Erfolgsquote 100 %).
Eine Erweiterung des Bildungsangebotes in Deutschland um diese modifizierte Form der Schulpflichterfüllung würde nicht nur diesen Familien helfen, die derzeit leider meist gezwungen sind, wie wir ins Ausland abzuwandern. Sie würde auch einen gesunden Konkurrenzdruck erzeugen und so mithelfen, unser Schulen schnell zu Orten zu machen, an denen gut und gerne gelernt wird. Ein Monopol hat noch nie zur Qualitätserhöhung beigetragen.
Die hervorragenden Ergebnisse des Freilernens für Lernen und Sozialisation können anhand zahlreicher Studien aus verschiedenen Ländern (außer Deutschland) eindeutig belegt werden. Die ungerechtfertigte Kriminalisierung des Freilernens führt nicht zu einem Eindämmen dieser erfolgreichen Lernform, sondern zu einer Abwanderung der an dieser Lernform interessierten Familien ins Ausland.
Wir haben den Eindruck, dass der Widerstand der Landesbehörden hauptsächlich auf Unkenntnis über die internationale Lage und unhaltbare Vorurteile über die Folgen einer Legalisierung zurückgeht. Dies möchten wir gern ändern und bitten Sie daher, uns anlässlich des Bildungsgipfels und im Vorfeld die Möglichkeit dazu zu geben.
Wir freuen uns auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Dagmar Neubronner / Diplom Biologin und Buchautorin „Die Freilerner“
Kuratorium Netzwerk Bildungsfreiheit
(und weitere Erstunterzeichner)
Sonntag, 6. Juli 2008
6. Juli 2008: 70 Jahe Schulzwang in Deutschland
Frei lernt es sich besser
70 Jahre Schulzwang sind genug – ein Relikt hat sich überlebt
Als am 6. Juli 1938 die nationalsozialistische Führung unter Adolf Hitler und Reichsminister Dr. Rust in Berchtesgaden das Reichsschulpflichtgesetz unterzeichnete, konnte sie nicht ahnen, dass die wesentlichen Bestandteile dieses Gesetzes auch 70 Jahre danach noch ihre Gültigkeit haben würden. Mit dem Untergang des vermeintlich „tausendjährigen Reiches“ verschwanden zwar die meisten Gesetze und Verordnungen aus jener Zeit, der europaweit einmalige deutsche Schulzwang, der es dem Staat ermöglicht, Schüler mit Hilfe der Polizei und notfalls unter Einsatz von Gewalt der Schule zuzuführen, blieb unverändert. Die Schulgesetze der meisten Bundesländer übernahmen den Paragraphen fast wörtlich in ihre Gesetzgebung.
Der 6. Juli 1938 stellte eine historische Zäsur dar, waren doch bis zu diesem Tag auch schulfreie, alternative Bildungswege möglich und wurden, wenn auch in bescheidenem Maße, praktiziert. Obwohl 1717 in Preußen die Schulpflicht eingeführt wurde, konnte man in der Reichsverfassung vom 28.3.1849 noch lesen: „Der häusliche Unterricht unterliegt keiner Beschränkung“. Die bestehende Schulpflicht wurde bis 1938 immer im Sinne einer Unterrichtspflicht verstanden und ließ Ausnahmen zu. Die meisten demokratisch verfassten Staaten der Welt kennen daher bis heute keinen Schulzwang, sondern praktizieren eine Bildungspflicht, die Raum für eine Vielzahl von Alternativen bietet, wie Kinder heute lernen.
Der im Kern gewalttätige Schulzwang hat in Deutschland solch abstruse Blüten getrieben, dass 2007 die 15-jährige Tochter einer vorbildlichen Erlanger Familie zwangsweise mit einem Großaufgebot an Polizei und Jugendamt in die Psychiatrie verbracht wurde. Ihr Vergehen: Sie wurde zu Hause individuell unterrichtet und gefördert, statt weiter die öffentliche Schule zu besuchen, wo ihr das Lernen zunehmend Schwierigkeiten bereitete.
Die Akademikerfamilie Dudek aus dem hessischen Archfeld wird ihre Vorliebe für freie Bildungsformen in Kürze mit Gefängnis bezahlen müssen. Der älteste Sohn lernte zwar zu Hause so gut, dass er jetzt seinen Realschulabschluss als Klassenbester mit der Note 1,1 absolvierte, der Geist des Reichsschulpflichtgesetzes forderte jedoch seinen Tribut in Form von je 3 Monaten Haft für Vater und Mutter.
Andere Freilernerfamilien verlassen Deutschland und ihr gewohntes Umfeld, erfreuen sich aber nun der wiedergewonnen Freiheit in unseren europäischen Nachbarstaaten.
Dass eine Atmosphäre des Zwangs und Drucks kein nachhaltiges, erfolgreiches Lernen fördert, ist in der Fachwelt mittlerweile unumstritten. Dass deutsche Bildungspolitiker unter allen Umständen auf der Präsenz in einem Schulgebäude bestehen, obwohl Lernen an anderen Orten und anderen Umständen häufig mindestens genauso gut, wenn nicht besser gelingt, ist weder nachvollziehbar noch zeitgemäß.
Es ist an der Zeit, eindeutige Vorgaben des UN-Sonderbeauftragten Vernor Munoz umzusetzen, der bei seinem Besuch in Deutschland gefordert hatte, dass „Bildung nicht auf reine Schulanwesenheit reduziert werden darf“. Vielmehr seien „Fernlehrmethoden und Homeschooling .... gültige Optionen..., die unter bestimmten Umständen weiterentwickelt werden können.“
Das Netzwerk Bildungsfreiheit fordert den deutschen Schulzwang nach 70 Jahren endgültig zu beerdigen und die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, dass vielfältige schulische und schulfreie Bildungswege möglich werden, die zueinander in Konkurrenz treten und sich gegenseitig bereichern. Wir halten Freiheit und Vielfalt anstelle von staatlichen Monopolen für den besten Ausweg aus der deutschen Bildungsmisere. Bundeskanzlerin Merkels Motto „Mehr Freiheit wagen“ sollte endlich auch für den Bildungsbereich gelten.
Das "Netzwerk Bildungsfreiheit" ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Organisationen, Elterninitiativen und Einzelpersonen, denen das Recht auf freien Zugang zur Bildung, freie Wahl und freie Gestaltung des individuellen persönlichen Bildungsweges unter Zuhilfenahme öffentlicher wie privat initiierter Ressourcen ein Anliegen ist.
Weitere Informationen dazu finden Sie auf dieser Sonderseite des Netzwerkes Bildungsfreiheit.
Einen offenen Brief zum Schulzwang-Gedenktag finden Sie auf dem Marksteine-Blog.
Samstag, 28. Juni 2008
In acht Tagen ist es soweit ...
Hier gibt es weitere Gestaltungsvorschläge für Werbe- und Info-Material:

Alle Entwürfe sind von Martina Middeldorf. Die Originalvorlagen können über Email angefordert und zur Fertigung von Buttons oder Stickers verwendet werden.
Freitag, 27. Juni 2008
In neun Tagen ist es soweit ...
Hier gibt es Gestaltungsvorschläge für Werbe- und Info-Material:
Die Vorlagen sind alle auf VistaPrint.de erhältlich, Texte können individuell angepasst werden. Natürlich gibt's noch jede Menge andere Vorlagen sowie die Möglichkeit, eigene Motive hochzuladen. Vielleicht mag ja jemand diese Ideen aufgreifen und dort das Drucken von Werbe- und Info-Material in Auftrag geben.
Fensterbilder und Maxi-Magnete sind schon in kleinen Mengen bestellbar, Postkarten in Normalgröße ab 100 Stück, Visitenkarten ab 250 Stück.
Wer Interesse daran hat, große Bestellmengen zu teilen, der kann sich per Email an mich wenden.
Der Slogan "Bildungspflicht statt Schulzwang" auf der Visitenkarte wurde so gewählt, weil die Idee aufkam, Info-/Werbe-Material zusammen mit dem Buch von Thomas Schirrmacher mit dem gleichlautenden Titel an Personen zu versenden, die unser Anliegen evt. unterstützen würden. Der Slogan könnte auch durch "Bildungsrecht statt Schulzwang" ersetzt werden, was mir persönlich mehr zusagen würde.











